Krise in Belarus

Tschernobylkinder in Notlage

21.08.2020


Belarus in der Krise -  Unser gemeinnütziger Verein hat als Aufgabe,  Familien und in erster Linie Kindern zu helfen. Diese Hilfe besteht komplett spendenfinanziert und über Ehrenämter seit nunmehr über zwei Jahrzehnten darin, Gastkinder aufzunehmen und ihnen hier einen erholsamen Aufenthalt zu ermöglichen und ihnen die Gelegenheit zu geben, auf der Rückreise Sachspenden in Form von Kleidung, Schultaschen und auch Spielzeuge für dortige Familien mitzunehmen. Doch aus aktuellem Anlass ist diese Hilfestellung zurzeit nicht möglich! Aufgrund der Corona Pandemie konnten wir in diesem Jahr keine Kinder zu uns holen. Während in Deutschland hochwissenschaftliche Diskussionen geführt werden, stellt der seit 1994 regierende weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko die vom Virus ausgehende Gefahr immer wieder in Frage. Somit ist Belarus eines der wenigsten Länder weltweit, das kaum Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 getroffen hat. Und als wenn Belarus teilweise nicht ohnehin in bitterer Armut versinkt ist die Bevölkerung durch die Pandemie zusätzlich gebeutelt. Das Land befindet sich z.Zt. zusätzlich in einem politischen Ausnahmezustand! Bei der am 09. August stattgefundenen Wahl, bei der der amtierende Präsident Lukaschenko wiedergewählt worden ist, hat es vermutlich massive Regelverstöße gegeben. Die Regierung und die Opposition liefern sich gewaltsame Auseinandersetzungen. Aktuelle Informationen entnehmen Sie bitte der Presse. Wir möchten lediglich über die persönlichen Situationen unserer Gastfamilien berichten und weswegen wir uns dieses Jahr gezwungen sehen, erstmalig in Belarus vor Ort Unterstützung zu leisten. Einige Eltern unserer früheren Gastkinder berichten, dass sich die dortige Situation in diesem Jahr noch einmal erheblich verschlimmert hat. Sie bezeichnen ihre Situation mittlerweile als schrecklich bis hin zu dramatisch. Obwohl unsere Betreuerin Tatjana, die dort als Lehrerin tätig ist, sich nicht zu den Armen rechnet, sagt sie, dass es auch ihr schwer falle ihre Familie „durch zu bringen“. Eines unserer Gastkinder hatte im Sanatorium ihr einziges Paar Schuhe mit, welches sie im vorigen Jahr bei uns erhalten hat und die inzwischen erheblich verschlissen wären. Es fehlen ihr Sport- und Freizeitschuhe. Sie brauche auch dringend eine neue Schuluniform. Bei vielen anderen Kindern sei die Situation ähnlich schlimm. Es fehle insgesamt auch an Schulartikeln. Viele Eltern seien arbeitslos und hätten somit auch keine Finanzmittel für das Allernötigste, bis hin zu Lebensmitteln, in ihrem Alltag. Die Mutter eines früheren Gastkindes hat nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes erheblich an Gewicht verloren und versucht sich das Leben zu nehmen. Sie befindet sich in einer Psychiatrie. Die unsichere politische Lage versetzt die Familien dort in große Existenzängste. Wir wollen erstmals versuchen mit unseren bescheidenen Finanzmitteln vor Ort zu helfen. Es soll den Bedürftigsten dort nicht mit Finanzmittel, sondern ausschließlich mit Sachspenden geholfen werden. Wir haben dort zuverlässige Personen die das ermöglichen können. In Gesprächen mit Vereinsmitgliedern und in einem außerordentlichen Meeting wurde dieser erstmalige Versuch befürwortet. Wir werden alle in diesem Jahr bei noch bei uns eingehenden Spenden den armen Kindern in Russland in Form von Sachspenden zukommen lassen. Bitte unterstützt unsere belarussischen Kinder. Spendet per Überweisung – oder drückt den Spendenbutton auf unserer Homepage www.tschernobylkinder-wardenburg.jimdo.com