Gemeinde Wardenburg
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27.01.2026
Der diesjährige Gedenktag zur Befreiung des Vernichtungslagers in Auschwitz vor 81 Jahren wurde wieder im Zusammenschluss der Gemeinde bzw. des Präventionsrates mit der IGS am Everkamp sowie mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde begangen. An der Gedenktafel am Kugelmannplatz in der Friedrichstraße legten die Anwesenden gemeinsam Blumen nieder.
„Nur durch das Erinnern an die grausamen Ereignisse können wir Lehren für die Zukunft ziehen“, sagte Bürgermeister Christoph Reents in seiner Ansprache und erinnerte an die gesellschaftliche Aufgabe, sich dafür einzusetzen, dass Mitmenschen nicht aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Verschiedenheit benachteiligt oder ausgegrenzt werden. Zugleich unterstrich Reents die Bedeutung des Schutzes demokratischer Werte.
Während die jüdische Familie Kugelmann aus Wardenburg einen inhaltlichen Schwerpunkt des Gedenktages bildete und stellvertretend an das zerstörte jüdische Leben vor Ort erinnerte, wurde zugleich der weiteren Opfergruppen gedacht, die von den Nationalsozialisten verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Dazu zählten auch die Sinti und Roma, vertreten durch Patrick Schwarz vom Verein „Freundeskreis der Sinti und Roma in Oldenburg e. V.“, dessen eigene Familie im Nationalsozialismus Verfolgung und Leid erfahren musste.
Die beiden Schülersprecherinnen der IGS, Ella Meyer-Abich und Ida Grotelüschen, machten in ihren Redebeiträgen deutlich, dass es in der Verantwortung eines Jeden liege, Ausgrenzungen und Diskriminierungen entgegenzutreten und untermauerten damit sehr anschaulich das Motto „Nie wieder ist jetzt!“.
Pastorin Imke Gießing beschrieb schließlich in ihren Ausführungen die Familie Kugelmann als eine Familie aus Wardenburgs Mitte, die zunächst ein fester Teil der Wardenburger Gemeinschaft war, doch mit Erstarken der Nationalsozialisten zunehmend ausgegrenzt, schließlich deportiert und großenteils ermordet wurde.
In Andenken an die Opfer legten die Anwesenden Blumengebinde nieder und hielten eine Gedenkminute an die Opfer.
Zwischen IGS, Evangelisch-Lutherischer Kirchengemeinde und der Gemeinde ist es zur Tradition geworden, den Tag des Gedenkens gemeinsam zu bestreiten. Im Anschluss an die Aktion beim Kugelmannplatz fand auch in der IGS am Everkamp eine Gedenkveranstaltung statt, an der auch Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde teilnahmen.
Foto: Die Teilnehmenden der Veranstaltung an der Gedenktafel für die Familie Kugelmann