Optik am Glockenturm

Auszeichnung: Nachhaltiger Betrieb!

30.11.2021


Ein großer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: Optik am Glockenturm in Wardenburg geht aktiv gegen Mikroplastik vor.

Über feinste Kunststoffteilchen, die zunehmend in Wasser und Nahrungsmitteln zu finden sind, wird aktuell viel gesprochen und geschrieben. Die Rede ist natürlich von Mikroplastik, welches durch unsere Lebensgewohnheiten sowie durch Industrie und Fertigung entweder bewusst Produkten zugefügt wird oder als Neben- bzw. Abfallprodukt entsteht.

Was kaum jemand weiß: In Augenoptikerbetrieben fallen durch Schleifrückstände diese Partikel auch an und hochgerechnet auf die ca. 9000 Optikbetriebe mit eigener Werkstatt entstehen dabei nicht unerhebliche Mengen davon. Wie kann das sein, wenn doch sonst vorwiegend andere Produkte mit Mikroplastik in Verbindung gebracht werden? Die Antwort ist in den Werkstätten der Optiker zu finden. Augenoptiker sind nach wie vor Handwerksbetriebe, bei denen in der Werkstatt vor Ort gefertigt wird, um ihren Kunden zeitnah mit den erforderlichen Sehhilfen versorgen zu können.

Brillengläser sind jedoch kein Fertigprodukt. Wenn ein Brillengestell erst einmal ausgesucht wurde, müssen die jeweiligen Gläser an die individuelle Form angepasst und montiert werden. Die Gläser mit der richtigen Sehstärke und Beschichtung kommen vom Hersteller als Halbfertigprodukt, als sogenanntes Rohglas und werden vom speziell ausgebildeten Fachpersonal der Optiker an die gewünschte Fassung angepasst. Diese Anpassung, im Fachjargon „Einschleifen“ genannt, geschieht auf CNC-gesteuerten Schleifautomaten, bei denen das Brillenglas eingespannt und über eine Diamantscheibe unter Wasserkühlung in die richtige Form geschliffen wird, um es anschließend in die ausgesuchte Fassung einzupassen.

Doch wie entsteht hier nun Mikroplastik? Der Schritt des Einschleifens steht im Fokus, denn beim Schleifen entstehen Späne, die durch Kühlwasser von der Schleifscheibe abgeführt werden müssen. Diese Schleifabfälle verbleiben im Wasser und werden in der Regel über die Kanalisation entsorgt. Da heutzutage die meisten Brillengläser vorwiegend aus modernen Kunststoffen gefertigt werden, entsteht die Problematik: Mikroplastik im Wasser! „Eine zwar legale, aber dennoch höchst unbefriedigende Situation“, so Augenoptikermeister Wolfgang Hitschler, „deren Beseitigung nun unserem hohen Anspruch an Nachhaltigkeit und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und Umwelt genüge tut.“
 

Als modernes Unternehmen steht Optik am Glockenturm in Wardenburg seit nunmehr über 25 Jahren für professionellen und freundlichen Service, sowie erstklassige Handwerksleistung und hat nun in modernste Wasserfiltertechnik von der Firma WARDAKANT investiert, welche dieses zertifizierte Umweltmanagementsystem (Wardakant Nachhaltigkeits-Label) aktuell neu am Markt anbietet. Die Werkstatt wurde mit einer TideKlar Filter- und Prozesswasseraufbereitungsanlage ausgestattet, dem z.Zt. effektivsten Wasserfiltersystem für Schleifautomaten in der Augenoptik, zugeschnitten auf die Bedürfnisse kleinerer Betriebe. So vermeidet Optik am Glockenturm künftig vollständig den Eintrag von Mikroplastik in den (Ab-)Wasserkreislauf! Dabei werden auch noch große Mengen Trinkwasser gespart, da das gefilterte Wasser in dem geschlossenen System für die Bearbeitung von mehreren tausend Gläsern wiederverwendet wird. Die verbliebenen Schleifrückstände werden zudem nicht einfach entsorgt, sondern durch die Firma WARDAKANT speziell aufbereitet und recycelt, so dass sie als neue Produkte eine weitere Verwendung erfahren.

Die Geschäftsführer Dörte van Düllen und Wolfgang Hitschler sind schon ein wenig stolz darauf durch diese nicht ganz unerhebliche Investition hier im Landkreis als Vorreiter in Sachen nachhaltiger und umweltschonender Produktionstechnik im Optikerhandwerk aufzutreten.
Frau van Düllen: „Immer mehr Menschen legen Wert auf Transparenz der Liefer- und Produktionsketten, sowie Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Man sieht es unseren fertigen Brillen zwar nicht an, aber nun können unsere Kunden ein Stück weit mehr mit „reinem Gewissen“ die in unserem Haus erworbenen und angefertigten Produkte tragen.“

Finanziell unterstützt wurde dieses Projekt über eine Bezuschussung des Landkreises Oldenburg im Rahmen des „Markterschließungsprogrammes des Landkreises Oldenburg“ und in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg (WLO).
Wolfgang Hitschler: „Unser Dank gilt hier insbesondere allen Beteiligten und Entscheidern, welche für unser Projekt ein „offenes Ohr“ hatten und uns durch ihr Engagement und Hilfestellung bei der Beantragung der öffentlichen Mittel die Umsetzung ein gutes Stück weit erleichtert haben.“
https://www.oldenburg-kreis.de/umwelt-und-abfall/klimaschutz/unternehmen/besonders-nachhaltig-operierende-unternehmen-im-landkreis-oldenburg/?vs=1